Gewinner des Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preises 2012

 


Die JAZ-Trophäe (Foto: FASI)
Augsburg, 17. Oktober 2012. Zum fünften Mal wurde der Deutsche Jugend-Arbeitsschutz-Preis (JAZ) bei der Eröffnungsveranstaltung der Arbeitsschutz Aktuell verliehen. Unterstützt von der Moderatorin Evelin Knappe zeichnete der JAZ-Pate Alexander Grimm, Olympiasieger im Kanu-Slalom von 2008, am 16. Oktober 2012 die glücklichen Gewinner aus: Sie hatten die JAZ-Jury mit ihren Wettbewerbsbeiträgen „Die perfekte Notdusche“, „Siebdruckverfahren für Piktogramme“ und „Einschaltberechtigung für Drehmaschine“ überzeugt und sich damit gegen eine hochkarätige Konkurrenz durchgesetzt. Insgesamt waren 37 spannende Projekte – so viele wie noch nie in der Geschichte des JAZ – in den vergangenen Monaten bei der Fachvereinigung Arbeitssicherheit (FASI), dem Organisator des Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preises, eingereicht worden. Die Gewinner konnten sich nicht nur über eine Urkunde und eine gläsernen Eule, das „Maskottchen“ des Wettbewerbs, freuen, sondern auch über Preisgelder in Höhe von insgesamt 6.000 Euro. Der Wettbewerb wurde in diesem Jahr erneut von der Universum Verlag GmbH mit Sitz in Wiesbaden unterstützt. (Kurzfilm zur Preisverleihung)

 

Erster Platz für die Optimierung der Rettungskette mit der „perfekten Notdusche“


Die Auszubildenden der Evonik Industries
AG mit JAZ-Paten Alexander Grimm
(Foto: Hinte GmbH)
Platz eins ging an die Auszubildenden der Evonik Industries AG aus Rheinfelden mit ihrem Projekt „Die perfekte Notdusche“. Entstanden ist das Projekt aus der Erfahrung, dass viele Menschen bei Unfällen panisch reagieren und oft lebensrettende Minuten verstreichen. Genau hier setzen Jasmin Oecknick, Marc Trüby und Daniel van Briel mit ihrer Idee an: Sie haben eine Notdusche mit automatischer Alarmierungseinrichtung zu einer ständig besetzten Messwarte entwickelt. Verbessert wurde auch die Konstruktion der Notdusche: Eine grüne Signalleuchte erleichtert das Auffinden im Notfall, seitliche Führungsbügel helfen, die ideale Position unter der Dusche zu finden. Neben der Notdusche liegen Ersatzkleidung und ein Erste Hilfe-Koffer. Ampelfarben zeigen den Status der Notdusche an: „Grün“ bedeutet, dass die Notdusche gewartet und einsatzbereit ist, „Gelb“ markiert ein Überschreiten des Wartungsintervalls, „Rot“ signalisiert die Benutzung. In diesem Fall wird ein Alarmsignal im Prozessleitsystem aktiviert; ein Signalton alarmiert Personen in der Nähe. Zusätzlich schaltet sich eine Kamera ein, die der Messwarte wichtige Informationen übermittelt. Ein Bildschirm in der Messwarte zeigt den Standort der Notdusche. Drei dieser neu konzipierten Notduschen werden Anfang 2013 in Betrieb genommen. (Kurzfilm zur "Perfekten Notdusche")


Zweiter Platz für das Projekt mit Profil: „Siebdruckverfahren für Piktogramme“


Felix Schneider von der Joansch und
Schneider Möbelwerkstätten GmbH
mit JAZ-Paten Alexander Grimm
(Foto: Hinte GmbH)
Über Platz zwei konnte sich Felix Schneider, Auszubildender der Joansch und Schneider Möbelwerkstätten  GmbH in Aalen, freuen. In seinem Ausbildungsbetrieb werden Transportbehälter gefertigt, auf die Piktogramme per Holzschablone aufgesprüht wurden. Das Einatmen des Sprühnebels oder die Reinigung der Schablonen mit Lösemitteln stellten Gefährdungen dar. Hinzu kommt, dass die Sprühdosen gelagert und aufwändig entsorgt werden mussten. Auch das Resultat war handwerklich häufig nicht zufriedenstellend: Die Schablonen veränderten die Kontur der Piktogramme.
Felix Schneider hat für das Aufbringen der Piktogramme eine kostengünstige und umweltschonende Alternative entwickelt, indem er das Siebdruckverfahren auf den Arbeitsprozess übertragen hat. Die wasserbasierte Siebdruckfarbe ist kein Gefahrstoff im Sinne der Gefahrstoffverordnung. Die Frage der notwendigen Persönlichen Schutzausrüstung kann in einer Arbeitsanweisung geregelt werden. Das neue Verfahren führt außerdem zu besseren Arbeitsergebnissen: Die Piktogramme sind schärfer konturiert. Das Siebdruckverfahren ist auch auf andere Transportbehälter übertragbar. (Kurzfilm zum "Siebdruckverfahren für Piktogramme")

 

Dritter Platz für Projekt „Einschaltberechtigung für Drehmaschine“


Die Auszubildenden der KUKA Systems
GmbH mit JAZ-Paten Alexander Grimm
(Foto: Hinte GmbH)
Heimspiel hatten drei Auszubildende der KUKA Systems GmbH in Augsburg: Ihr Projekt „Einschaltberechtigung für Drehmaschine“ wurde mit Platz drei ausgezeichnet. Darin beschäftigten sich Anja Bäurle, Raphael Funk, Thomas Forkl und Michael Knorr mit der Frage, wie sichergestellt werden kann, dass nur Auszubildende nach erfolgt absolvierter Unterweisung in der Lehrwerkstatt die Dreh- oder Fräsmaschinen bedienen können. Dafür hat das Team aus Augsburg eine clevere Lösung gefunden: Jeder Auszubildende erhält nach seiner Unterweisung eine personengebundene codierte Chipkarte. Darauf ist gespeichert, welche Maschinen der Auszubildende bedienen darf. Außerdem wird dokumentiert, wann welcher Auszubildende die Drehmaschine in der Lehrwerkstatt bedient hat. Dies fördert nicht nur die Sicherheit am Arbeitsplatz, sondern macht auch nachvollziehbar, wann die Drehmaschine in Betrieb war. (Kurzfilm zur "Einschaltberechtigung für Drehmaschine")

 

„Sicherheit darf keine Routine werden“


JAZ-Pate Alexander Grimm ehrt die
Gewinner (Foto: Hinte GmbH)
Tief beeindruckt vom Einfallsreichtum der Gewinne zeigte sich der JAZ-Pate Alexander Grimm. Der gebürtige Augsburger, der für den Traditionsverein „Kanu-Schwaben-Augsburg“ startet, hob die großen Parallelen zwischen seinem Sport und dem Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz hervor: „Ich muss mir stets bewusst sein, dass Unvorhergesehenes passieren kann. Es geht darum, Respekt zu zeigen vor dem Gefahrenpotenzial und darum, Sicherheit nicht zur bloßen Routine werden zu lassen“, so der erfolgreiche Sportler.


Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb: Die Ausschreibung für den 6. Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preis wird in Kürze beginnen; weitere Informationen dazu werden in Kürze online abrufbar sein.



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