Gewinner des Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preises 2016

 


Die Gewinner des JAZ 2016
(Foto: Hinte GmbH)
Hamburg, 11. Oktober 2016. Die Gewinner des Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preises 2016 wurden von der ehemaligen Paralympionikin Kirsten Bruhn bei der Eröffnungsveranstaltung zur „Arbeitsschutz Aktuell 2016“ in Hamburg ausgezeichnet.

 

 
Gewinnerbeiträge im Überblick

 

Über den ersten Platz freute sich das Team der Bauunternehmung August Mainka GmbH & Co. aus Lingen (Ems) für das Projekt „Leitersicherung“.


Ganz dem Unternehmensmotto „Wir bauen sicher – oder gar nicht“ ist das Ziel des Projektes „Leitersicherung“ der Bauunternehmung August Mainka GmbH & Co. in erster Linie die Verbesserung der Arbeitssicherheit durch die sichere Befestigung von Leitern an einem Normverbau. Die mangelhafte Sicherung von Leitern ist eine der häufigsten Unfallursachen. Bislang wurden Leitern an Verstrebungen oder Ösen des Normverbaus angebunden/-kettet, um ein Umkippen und Verrutschen zu vermeiden. Beim Ziehen des Verbaus muss die Leiter jedoch immer wieder gelöst und aus der Baugrube herausgeholt werden, um die Verfüll- und Verdichtungsarbeiten durchführen zu können. Speziell unterhalb von Rohrbrücken ist dies ein aufwendiger Arbeitsschritt. Gleiches gilt für die Rohrverlegung, denn dann steht die Leiter in der engen Baugrube im Weg. Die Idee des Projektteams bestand darin, ein festes Gestell zu entwickeln, in dem die Leiter einerseits eingespannt wird und nicht zur Seite oder nach hinten kippen kann. Anderseits besteht die Möglichkeit, die Leiter in das Gestell einzuhängen, um benötigten Arbeitsplatz für die Beschäftigten zu schaffen. Durch variable Bügel ist die Leitersicherung flexibel auf verschiedene Leiterbreiten einstellbar und kann auch für zweiteilige Ausziehleitern verwendet werden. Montiert werden kann die Leitersicherung von einer Person, die lediglich einen handelsüblichen Zimmermannshammer zum Anziehen der Schrauben benötigt. Für die Leitersicherung hat die Bauunternehmung August Mainka GmbH & Co. ein Gebrauchsmusterschutz angemeldet und es sollen weitere Leitersicherungen angefertigt werden. Mit dieser technischen Lösung wurde festgestellt, dass die Akzeptanz bei den Beschäftigten sehr hoch ist und es die tägliche Arbeit in den Rohrleitungsgräben einfacher und vor allem sicherer macht.

 

 

 

Den zweiten Platz erzielte das Team der thyssenkrupp Rothe Erde GmbH aus Lippstadt für den Beitrag „Automatische Entgratungsmaschine für kleine Rechteckprofile“.


Das Projekt befasst sich mit dem sicheren Entgraten von kleinen Rechteckprofilen, sogenannten Gleitstücken, die für die betriebseigene Produktion benötigt werden. Das Entgraten wurde in der Vergangenheit manuell durchgeführt, wodurch aufgrund der kleinen Abmessungen (16mm – 47mm Länge) ein hohes Verletzungsrisiko für die Mitarbeiter bestand. Durch den Bau einer eigens dafür konstruierten Maschine wurde dieser Arbeitsschritt automatisiert. Eine Scheibe mit Führungsnuten greift die Gleitstücke und führt sie an vier gegenläufig arbeitenden Drahtbürsten vorbei. Die Entgratung erfolgt an beiden Stirnseiten jeweils von oben und unten. Um eine Verletzungsgefahr für die Mitarbeiter, die an der Maschine arbeiten, auszuschließen, wurde diese komplett eingehaust und mit verschiedenen Sicherheitsschaltern sowie Verriegelungen versehen. Damit alle im Unternehmen anfallenden Gleitstückgrößen bearbeiten werden können, wurde die Maschine variabel gestaltet. Zum einen gibt es vier verschiedene Scheiben für unterschiedliche Dicken (4mm, 6mm, 7mm, 10mm). Zum anderen wurden die Drahtbürstenpaare so befestigt, dass diese für alle Längen (16mm bis 47mm) verwendet werden können. Die Maschine verfügt bereits über eine CE-Kennzeichnung im Sinne der EG-Richtlinien und ist für ein Patent angemeldet.

 

 
Der dritte Platz ging an das Team der WABCO GmbH aus Hannover, das den Beitrag „Sei kein Smombie!“ eingereicht hatte.


Mitarbeiter, die ihrem Mobiltelefon mehr Aufmerksamkeit widmen als ihrer Umgebung sind im Betrieb häufig und nahezu überall anzutreffen. Die Wahrnehmung von Gefahren der Arbeitsumgebung, wie z.B. Hindernisse, Flurförderzeuge und Kollegen, ist extrem eingeschränkt. Um Mitarbeiter für das damit verbundene Risiko zu sensibilisieren und das Gefahrenbewusstsein zu stärken, wurde die Kommunikationskampagne „Don‘t be a Smombie“ gestartet. Durch Poster, Artikel im betriebsinternen Newsletter und Informationen auf der Intranetseite wird das Thema den Mitarbeitern nähergebracht. Um insbesondere die jüngeren Mitarbeiter anzusprechen, wurde visuell und sprachlich eine zeitgemäße Kommunikationsform ausgewählt. Smombie ist das Jugendwort des Jahres 2015 und bezeichnet jemanden, der wie gebannt auf sein Smartphone schaut und dadurch wie ein Zombie durch die Gegend läuft. Die Poster sollen zum einen durch szenische Darstellungen den Begriff „Smombie“ beschreiben und zum anderen durch einfache Warnungen in Form von Piktogrammen auf die Gefahren aufmerksam machen. Die Ideen für die Poster und Szenen haben die Auszubildenden im Rahmen einer Projektarbeit selbst entwickelt und aufgenommen. Mit Unterstützung eines Grafikers wurden die Aufnahmen final bearbeitet. Die Kampagne soll auch auf die internationalen Standorte der WABCO GmbH ausgeweitet werden.

 

 

 



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